Weihrauch wurde bereits in frühen Hochkulturen verwendet

Weihrauch

Weihrauch wird weitestgehend entweder zu rituellen kultischen Zwecken verwendet, etwa in christlichen Kirchen oder frühen Hochkulturen, sowie auch als Heilmittel. Im Christentum führen die Ursprünge auf die Israeliten zurück, die in ihrem Tempel zweimal am tag Ketoret verbrannten. Diese Methode entstammt einem Räucherkult aus dem Kanaan. Der Weihrauch wurde schließlich aufgrund seines angenehmen Duftes als Alternative verwendet: Dies stieß jedoch bei der traditionell geprägten Bevölkerung auf Unmut und sie lehnten das neue Räucherwerk zunächst ab. Eine allgemeine Verwendung fand daher erst nach der Errichtung des zweiten israelischen Tempels statt, wo rauchopfer dargebracht wurden.

Die christlichen Ursprünge der Weihräucherung finden sich im Römischen Reich

Auch im alten Ägypten findet man Spuren von Weihrauch: Dieser wurde bei zahlreichen Kulthandlungen, sowie bei Mumifizierungen und Begräbnissen verwendet. Die Harzperlen wurden von den Ägyptern auch als „Schweiß der Götter“ bezeichnet. Die Nutzung von Weihrauch verbreitete sich insbesondere durch die römische Besatzung in vielen Ländern, die das Räucherwerk von verschiedenen Antiken Kulturen übernahmen. Hier wurden die alten, vorgeschriebenen Opferrituale schließlich komplett durch das Verbrennen von Weihrauch ersetzt. Außerdem wurde das Harz auch zum Zeichen der Huldigung verbrannt: Man trug es beim Einzug in eine Stadt Kaisern und anderen wichtigen Persönlichkeiten voran. Dies diente allerdings nicht nur der Verehrung, sondern sollte auch den typischen unangenehmen Geruch der damaligen großen Städte vertreiben.

Da die frühen Christen eine solche Verehrung des Kaisers gänzlich ablehnten, wurden sie dafür immens verfolgt. Deswegen wurde der Weihrauch innerhalb der christlichen Liturgie zunächst verpönt, aber zu Begräbnissen immernoch verwendet. Die Akzeptanz des Räucherwerks wurde erst durch die konstantinische Wende erreicht, da die Christen dadurch mehr Freiheiten in ihrer Religionsausübung bekamen. Vor allem die Bischöfe erhielten unter Kaiser Konstantin einen wichtigen Status und waren nun Beamte. Dadurch erklärt sich der Brauch, den Bischöfen Weihrauchfassträger voran zu schicken.


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