Festgestellte Scheinselbstständigkeit kann richtig teuer werden – informieren Sie sich

Vom Handwerker über Lehrkräfte bis hin zu Honorarärzten – der Verdacht, nicht selbständig, sondern in einem abhängigen Arbeitsverhältnis tätig zu sein, kann jeden treffen. Eine entsprechende Prüfung kann vom Finanzamt, den Sozialversicherungen, einem Gericht oder in vielen Fällen vom Deutschen Rentenversicherung Bund angestoßen werden. Dabei gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Ob Unternehmer oder Selbständiger: Informieren Sie sich rechtzeitig über die Kriterien der Scheinselbständigkeit und wie Sie diese vermeiden können, denn bei einer Statusfeststellung der Scheinselbstständigkeit drohen empfindliche Konsequenzen.

Von unangenehm bis teuer – die Konsequenzen bei Feststellung einer Scheinselbstständigkeit

Wird eine Scheinselbstständigkeit von der Prüfungsbehörde festgestellt, hat das sowohl auf den Auftragnehmer als auch auf den Auftraggeber Auswirkungen.

  • Folgen für den Auftragnehmer: Die erste Folge für den Selbständigen ist, dass mit der Statusfeststellung die Scheinselbständigkeit beendet ist und er das Gewerbe abmelden muss. Für die Zeit des Beschäftigungsverhältnisses wird er als Arbeitnehmer eingestuft, samt der sich daraus ergebenden Rechte wie Urlaubsanspruch und Kündigungsschutz. Ist er noch im Unternehmen tätig, haftet er zudem für drei Monate rückwirkend für nicht geleistete Sozialversicherungsbeiträge.
  • Folgen für den Auftraggeber: Richtig hart trifft es bei einer Scheinselbstständigkeits-Feststellung den Auftraggeber. Er ist verpflichtet, die Beiträge zu den Sozialversicherungen sowie Lohnsteuer abzuführen und zwar für bis zu 4 Jahre rückwirkend. Stellt die Prüfungsbehörde Vorsatz bei der Scheinselbstständigkeit fest, können aus bis zu 30 Jahren rückwirkende Forderungen geltend gemacht werden. Auch an den Auftragnehmer geleistete Umsatzsteuer kann zurückgefordert werden. Dazu können noch strafrechtliche Konsequenzen wie eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug kommen.

Sie sehen, es gilt auch verschiedenen Gründen, den Verdacht auf Scheinselbstständigkeit zu vermeiden. Lassen Sie sich dazu von einem Profi beraten – auf Arbeits- und Sozialrecht spezialisierte Anwälte sowie Unternehmensberater bieten hilfreiche Strategien, Scheinselbständigkeit zu umgehen.


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